Weinbegriffe von A bis Z: Das kleine Wein-Lexikon

Weinlese im Weinberg, im Vordergrund eine weiße Kiste voller blauer Trauben
Aktualisiert am 3 Min. LesezeitEnthält Affiliate-Links (*) – was heißt das?

Weinbeschreibungen klingen manchmal wie eine Fremdsprache: „Kräftiger Körper, feine Tannine, langer Abgang mit Barrique-Noten“. Dabei sind die meisten Begriffe schnell erklärt. Unser kleines Wein-Lexikon hilft beim Lesen von Etiketten, Weinkarten und Verkostungsnotizen – und beim Verschenken, wenn der Händler fachsimpelt.

A bis D

Abgang – Wie lange der Geschmack nach dem Schlucken anhält. Ein „langer Abgang“ gilt als Qualitätsmerkmal.

Adstringierend – Das pelzige, zusammenziehende Gefühl im Mund, ausgelöst durch Tannine. Typisch für junge, kräftige Rotweine.

Barrique – Kleines Eichenfass mit rund 225 Litern. Gibt dem Wein Aromen von Vanille, Toast oder Rauch.

Bouquet – Die Gesamtheit der Duftnoten eines Weins, besonders die durch Reifung entstandenen.

Brut – Bezeichnung für trockenen Schaumwein (weniger als 12 g Restzucker pro Liter). Noch trockener: Extra Brut und Brut Nature.

Cuvée – Verschnitt aus mehreren Rebsorten, Lagen oder Fässern. Bei Champagner auch der erste, beste Pressmost.

Dekantieren – Umfüllen des Weins in eine Karaffe, um ihn zu belüften oder vom Depot zu trennen. Ausführlich: Wein dekantieren.

Depot – Bodensatz in gereiften Rotweinen aus Farb- und Gerbstoffen. Harmlos, aber unangenehm im Glas.

E bis K

Eiswein – Edelsüßer Wein aus Trauben, die bei mindestens −7 °C gefroren gelesen und gepresst werden.

Feinherb – Nicht gesetzlich geregelte Angabe für Weine mit leichter Restsüße, zwischen trocken und halbtrocken.

Gerbstoffe – Siehe Tannin.

Großes Gewächs (GG) – Trockener Spitzenwein aus einer klassifizierten Großen Lage der VDP-Weingüter.

Jahrgang – Das Erntejahr der Trauben. Wichtig für die Einschätzung von Reife und Qualität.

Kabinett, Spätlese, Auslese – Prädikatsstufen deutscher Weine nach dem Mostgewicht (Zuckergehalt der Trauben). Sie sagen nichts darüber aus, ob der Wein trocken oder süß ist.

Korkfehler – Muffiger Geruch nach nassem Karton oder Keller, meist verursacht durch die Substanz TCA im Korken. Ein Wein „hat Kork“ – mit dem Öffnen hat das nichts zu tun.

Körper – Das Gewicht des Weins am Gaumen. Leichte Weine wirken wie Magermilch, volle wie Sahne.

L bis R

Lage – Ein abgegrenzter Weinberg mit eigenem Namen, etwa „Wehlener Sonnenuhr“.

Mostgewicht – Zuckergehalt des Traubenmosts, in Deutschland in Grad Oechsle gemessen.

Primeur – Junger Wein, der kurz nach der Ernte verkauft wird (z. B. Beaujolais Primeur).

Restzucker – Zucker, der nach der Gärung im Wein verbleibt. Trocken bedeutet in der Regel höchstens 9 g pro Liter (bei ausreichender Säure).

Rosé – Aus roten Trauben, deren Schalen nur kurz mit dem Most in Kontakt waren. Das Mischen von Rot- und Weißwein ist in der EU für Stillwein nicht erlaubt (Ausnahme: Rosé-Champagner).

S bis Z

Sommelier – Weinfachkraft in der Gastronomie, die Weine auswählt, empfiehlt und serviert.

Tannin – Gerbstoffe aus Schalen, Kernen und Holz. Sorgen für Struktur und Lagerfähigkeit, wirken jung oft rau.

Terroir – Das Zusammenspiel von Boden, Klima, Lage und Handwerk, das einen Wein unverwechselbar macht.

Trocken – Wein mit wenig Restzucker (siehe oben). Halbtrocken und lieblich enthalten deutlich mehr.

VDP – Verband Deutscher Prädikatsweingüter, ein Zusammenschluss von rund 200 Spitzenweingütern mit eigener Lagenklassifikation.

Weinstein – Harmlose Kristalle (Salze der Weinsäure), die sich bei Kälte im Wein bilden. Kein Zeichen eines Fehlers.

Zapfen – Umgangssprachlich für Korkfehler („der Wein zapft“), vor allem in Österreich.

Rote Trauben an der Rebe zwischen herbstlich rot und grün gefärbten Weinblättern
Foto: Ilares Riolfi, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons (zugeschnitten)
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Häufige Fragen

Was bedeutet „trocken“ beim Wein?

Ein trockener Wein enthält wenig Restzucker, in der Regel höchstens 9 g pro Liter, abhängig von der Säure. Er schmeckt nicht süß.

Ist Spätlese immer süß?

Nein. Die Prädikatsstufe beschreibt die Reife der Trauben bei der Lese, nicht die Süße des Weins. Es gibt trockene und süße Spätlesen.

Sind Kristalle im Wein schlimm?

Nein, das ist Weinstein – ein natürliches Salz der Weinsäure, das bei Kälte ausfällt. Es ist geschmacksneutral und unbedenklich.

Bitte genieße Wein verantwortungsvoll. Unsere Inhalte richten sich an Erwachsene; Wein darf nicht an Personen unter 16 Jahren abgegeben werden.

Titelbild: Foto: Randy Caparoso, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

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